Enterprise Frontier Safeguards: Anthropic lässt Unternehmen Claude-Daten in der eigenen Cloud speichern
Anthropic hat mit Enterprise Frontier Safeguards (EFS) ein Modell vorgestellt, das die Privatsphäre von Zero Data Retention mit automatischer Missbrauchserkennung verbinden soll. Die Aktivitätsdaten liegen dabei in der Cloud-Infrastruktur des Kunden, nicht bei Anthropic.
Anthropic hat am 1. September 2026 Enterprise Frontier Safeguards (EFS) vorgestellt. Die Lösung soll zwei Anforderungen verbinden, die bislang schwer vereinbar waren: den Datenschutz von Zero Data Retention und die Möglichkeit, Missbrauch zu erkennen. Dazu werden die Daten in Cloud-Infrastruktur gespeichert, die der Kunde kontrolliert.
Konkret nennt Anthropic Speicher in kundeneigenen Konten bei Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud, auf Wunsch verschlüsselt mit vom Kunden verwalteten Schlüsseln. Automatisierte Sicherheitsmonitore suchen weiterhin nach möglichem Missbrauch, ohne dass Anthropic-Mitarbeitende die Daten ansehen müssen. Kundeneigener Speicher, kundenverwaltete Schlüssel und die vollautomatische Prüfung sind laut Anthropic jeweils optional. Anthropic selbst erhebt keine Gebühren; die Kosten für den Speicher rechnen die Cloud-Anbieter ab.
Als Begründung verweist Anthropic auf Modelle der Mythos-Klasse. Um ausgefeilten Missbrauch wie Cyberangriffe oder Diebstahl von Zugangsdaten zu erkennen, sei eine Überwachung über Sitzungen und Konten hinweg nötig und damit eine gewisse Datenaufbewahrung. CNBC beschreibt die Ankündigung als Änderung der Datenaufbewahrungspolitik nach Widerstand von Kunden.
Entwickelt wurde EFS nach Anthropic-Angaben mit mehr als 100 Unternehmenskunden aus Finanzwesen, Gesundheitswesen, Industrie, Telekommunikation, Recht, Handel und öffentlichem Sektor. Beteiligt waren auch AWS, Google Cloud und Microsoft Azure sowie das Analysis and Resilience Center for Systemic Risk (ARC). Zu dessen Mitgliedern gehören die CISOs von Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citi, Bank of America und Wells Fargo.
EFS soll für Claude Code, Claude Enterprise, die Claude Platform, Amazon Bedrock, die Claude Platform on AWS, Googles Agent Platform und Microsoft Foundry verfügbar werden. Die Einführung erfolgt laut Anthropic schrittweise, beginnend im späteren Herbst 2026; breit verfügbar soll EFS im Lauf des Herbstes werden.
Quellen & weiterführende Links
Developing Enterprise Frontier Safeguards with our customers
Anthropic's Enterprise Frontier Safeguards lets your Claude logs stay in your cloud
Anthropic changes data retention policy after pushback from customers
Aktuelle Modelle, Preise und Benchmarks im Überblick
Offizielle API-Preise und Herstellerangaben mit Quellenlink – plus Kostenrechner.
Weitere Meldungen
Alle BerichteClaude-Agenten entdecken neues Enzymsystem mit CRISPR-ähnlichen Wiederholungen
Anthropic hat eine eigene Life-Sciences-Forschungsgruppe samt Labor vorgestellt. Als erstes Ergebnis meldet das Unternehmen, dass Claude-Agenten ein bislang nicht beschriebenes Enzymsystem in Bakteriophagen identifiziert haben: array-assoziierte reverse Transkriptasen, kurz ART.
Anthropic startet Verifizierungsprogramm für Life-Sciences-Teams
Mit dem Life Sciences Verification Program (LSVP) erhalten geprüfte Organisationen aus den Lebenswissenschaften Zugang zu Mythos, Opus und Sonnet mit gelockerten Biologie-Schutzmechanismen. Das Programm startet als Beta und ist zunächst Teams und Institutionen vorbehalten.

Kurzmeldung der Redaktion auf Basis der verlinkten Quellen; Angaben der Hersteller sind als solche gekennzeichnet. Verantwortlich: Florian Schröder. Wie wir arbeiten