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Anthropic versieht Claude-Texte mit unsichtbaren Wasserzeichen

Anthropic kennzeichnet Texte künftiger Claude-Modelle mit einem unsichtbaren, maschinenlesbaren Wasserzeichen. Das Verfahren beruht auf SynthID-Text von Google DeepMind und soll die Transparenzpflichten des EU AI Act erfüllen.

Redaktion FrontierRadar
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Aktualisiert: 3 Min.

Anthropic kennzeichnet von Claude generierte Texte künftig mit einem maschinenlesbaren Wasserzeichen. Hintergrund sind die Transparenzvorgaben aus Artikel 50 des EU AI Act. Im Beitrag „How Claude's text watermarking works“ vom 14. August 2026 (aktualisiert am 1. September) erläutert das Unternehmen die Technik. Laut Berichten unterstützen neue Claude-Modelle, die ab dem 2. August 2026 erschienen sind, die Kennzeichnung von Anfang an.

Das Verfahren basiert auf SynthID-Text, einer 2024 in Nature veröffentlichten Technik von Google DeepMind. Das Wasserzeichen wird nicht nachträglich eingefügt. Stattdessen verändert Claude während der Generierung die Zufallsquelle, mit der es zwischen gleichwertigen Wortalternativen wählt. Für Leser ändert sich der Text nicht; mit dem passenden Schlüssel lässt sich das Muster aber statistisch nachweisen. Dateien wie Bilder erhalten zusätzlich C2PA-Metadaten (Content Credentials).

Eine Erkennungs-API ist in einer Private Preview gestartet. Zugang haben zunächst Organisationen, die nach EU-Recht berechtigt sind, etwa Regulierungsbehörden, Strafverfolgung, Medien, Faktenchecker, Forschende und Bildungseinrichtungen. Hinzu kommen Unternehmen, die zur Einhaltung des AI Act selbst Wasserzeichen prüfen müssen. Eine Ausweitung ist geplant.

Anthropic nennt deutliche Grenzen. Das Wasserzeichen kann weder bestätigen, dass ein Text von Menschen stammt, noch erkennen, ob eine andere KI ihn geschrieben hat, funktioniert bei kurzen Textproben schlecht und lässt sich durch eine vollständige Umformulierung entfernen. Leichte Bearbeitungen dürften es dagegen meist nicht vollständig beseitigen. Code mit exakt vorgegebener Ausgabe, Fakten mit nur einer richtigen Formulierung und nur leicht bearbeitete menschliche Texte enthalten wenig oder kein Wasserzeichen. Das Wasserzeichen identifiziert keine Nutzer, Organisationen oder Chats und hat laut Anthropic kaum Einfluss auf die Geschwindigkeit der Modelle und verteuert deren Betrieb nicht.

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